Warum Barfußlaufen mein leben verändert hat
Freiheit für die Füße auch in den Bergen?
Wandern neu gedacht: Zurück zur natürlichen Bewegung
Liebe Leserinnen und Leser,
Barfußlaufen kennen mittlerweile viele von uns. Diese Entwicklung zurück zur natürlichen Bewegung ist kein Modetrend, sondern schlicht ein zwingendes Erfordernis, wollen wir von den unzähligen Schmerzen im gesamten Bewegungsapparat wieder wegkommen und ebenso freudvoll wie uneingeschränkt durchs Leben gehen können. Die mittlerweile zahlreichen Barfußschuhhersteller bieten sowohl von der Zweckmäßigkeit her alsauch mit chicen Designs den Barfußfreunden für jede Gelegenheit den erforderlichen Schutz für die Füße.
Indes glauben viele Wanderfreunde noch immer, dass sie ihre Touren nur dann unbeschadet überstehen, wenn sie typische Wanderschuhe anhaben, die durch einen hohen Schaft, eine dicke Profilsohle und ein starkes, möglichst wasserfestes Obermaterial gekennzeichnet sind. Diesem durchaus überholten Gedanken gehen wir in dieser Sonderedition auf den Grund und stellen das Wandern am Ende auf ganz neue Füße.
Herzlich,
Ihr
Helmuth Ohlhoff
Geschäftsführer leguano GmbH
Allrounder Barfußschuh: Auch für Anspruchsvolle Wander-Routen geeignet?
Barfußschuhe gibt es für nahezu jeden Zweck: für den sportlichen Einsatz, das Alltagsleben, die Abendgarderobe oder für Kinder, die ständig in Bewegung sind. Dabei werden mehr und mehr auch die modischen Aspekte berücksichtigt, die jedoch bei der Auswahl der Materialien und deren Funktionalität ihre natürliche Grenze finden. Gut, für »normale« Zwecke mögen Barfußschuhe ja angebracht sein, meinen viele von uns, doch auch für stundenlange Wanderungen, vorzugsweise im Gebirge? Diese Vorstellung löst bei manchen Wanderfreunden Entsetzen aus und führt zu makabren Vorstellungen, was mit Barfußschuhen bei anstrengenden Touren so alles passieren kann.
Nun, betrachten wir uns doch zunächst einmal sogenannte normale Wanderschuhe. Diese bestehen in der Regel aus festem, steifem Leder, einer dicken, profilierten Sohle und sind halbhoch geschnitten, um die Knöchel zu schonen. Was passiert, wenn wir unsere Füße in solche Schuhe stecken? Die Sohle des Wanderschuhes ist steif und fest und so gut wie nicht biegbar. Damit erfüllt sie den gleichen Zweck wie eine Gipsschiene bei einem gebrochenen Körperteil, das ruhiggestellt werden soll. Nun handelt es sich bei unseren Füßen aber nicht um verletzte Gehwerkzeuge, die geheilt werden müssen, sondern um im Grunde kerngesunde Fortbewegungsmittel, die uns unser Leben lang tragen sollen, auch über Stock und Stein.
Wunderwerk Fuß: Warum er genau das auch auf Wanderschaft bleiben sollte
Was folgt daraus, wenn wir unsere Füße funktional wie kranke behandeln und funktional außer Betrieb setzen? Dazu müssen wir wissen, welche Aufgaben die Füße zu erledigen haben und was wir von ihnen erwarten dürfen. Der Fuß ist von der Natur genial konstruiert worden – keineswegs als Plattfuß, mit einer großen Auflagefläche, wie wir vermuten würden, sondern dreidimensional. Dazu verfügt jeder Fuß über 26 Knochen, entsprechend viele Muskeln und Bänder. Unsere Füße sind in der Lage, unseren Körper, der vertikal ausgerichtet ist, in jeder Position so zu unterstützen, dass ein Umfallen verhindert wird. Dazu müssen die Füße Unglaubliches leisten, jede Bewegung austarieren, egal ob diese langsam oder schnell ausgeführt wird. Der zweibeinige Mensch ist höchst kompliziert aufgebaut, aber mit genialer Ausstattung versehen, die ein Bewegen in unterschiedlichen Umgebungen mit verschiedenartigsten Erfordernissen störungsfrei möglich macht.
Anders verhält es sich, wenn die Muskeln und Knochen der Füße stillgelegt werden, weil wir Menschen glauben, anders nicht durch die Welt kommen zu können. Die Füße liegen still und unbeweglich in den Schuhen, von denen wir glauben, dass sie uns genauso unbeschwert durch unsere Wanderwelt tragen, wie die Füße selbst es könnten. Durch die Ruhigstellung der Füße wird die Muskulatur nicht mehr benötigt, da wir nun mit den Wanderschuhen gehen und nicht mehr mit unseren Füßen. Aber jede Muskulatur, die nicht benötigt bzw. beansprucht wird, verkümmert und degeneriert. Die Folgen sind hinlänglich bekannt: Knick-, Platt- und Senksowie Spreizfüße, Supination, Pronation, Fersensporn und hallux valgus.
So weit, so gut, könnten wir denken, denn an Fehlstellungen der Füße ist ja noch niemand gestorben. Das zwar nicht, aber aus den Fehlstellungen der Füße resultieren auch die Fehlstellungen des restlichen Bewegungsapparates: Knie-, Hüft- und Rückenprobleme, Migräne, Kopfschmerzen und Kieferfehlstellungen können die Folgen sein, aber auch Schulterverspannungen und – bedingt durch das Auftreten mit der Ferse und als Folgepermanenten Erschütterungen, die bis in den Kopf gehen – möglicherweise kognitive Einschränkungen.
Was unterscheidet Wandern von normalem Gehen?
Viele Wanderfreunde glauben, dass sie nur dann unbeschadet ihre Touren überstehen, wenn sie typische Wanderschuhe anhaben, die durch einen hohen Schaft, eine dicke Profilsohle und ein starkes, möglichst wasserfestes Obermaterial gekennzeichnet sind. Abgesehen davon, dass die Schuhindustrie solche Erwartungen gerne erfüllt, resp. selbst schürt, stellt sich die Frage nach dem Warum? Was unterscheidet Wandern vom normalen Gehen? Genaugenommen nichts! Es ist der gleiche Bewegungsablauf, lediglich die Dauer und die Untergründe können unterschiedlich sein. Warum also haben sogenannte Wanderschuhe eine stark profilierte Sohle? Sie soll dazu dienen einen besseren Halt zu finden und gleichzeitig vor spitzen Steinen schützen. Und der hohe Schaft? Soll ein Umknicken verhindern, wie es leicht passieren kann, wenn der Untergrund uneben ist und die Füße keinen Halt finden.
Doch: warum knicken die Füße überhaupt um? Ist das eine naturgegebene Zwangsläufigkeit, wenn wir uns in Gottes freier Natur bewegen? Keineswegs! Unsere Füße sind so genial konstruiert, dass die Muskeln und Bänder der Füße sich gefahrlos über jeden Untergrund bewegen können, wären da nicht – unsere Wanderschuhe!
Alle Schuhe mit mehr oder weniger starrer Sohle haben wie gesagt die Wirkung von Gipsschienen. Durch ihre Festigkeit sollen diese einen gebrochenen Knochen beim Heilungsprozess ruhigstellen und schützen. Starre Schuhsohlen bewirken das gleiche, allerdings bei gesunden Füßen! Und damit beginnt die hinlänglich bekannte Leidensgeschichte. Der Fuß – in seiner Genialität dreidimensional konstruiert – wird faktisch »außer Betrieb« gesetzt. Von der Ruhigstellung des Fußes ist auch die gesamte Muskulatur betroffen, da diese an der Fortbewegung nicht mehr beteiligt ist. Das gleiche gilt für die Bänder, die den Fuß stützen sollen. Von jetzt ab gehen wir mit den Schuhen, aber nicht mehr mit den Füßen. Der Fuß bricht im wahrsten Sinne des Wortes zusammen, da die Muskulatur ihn nicht mehr trägt.
Ein gesunder Fuß braucht keinen Halt und keine Führung durch Schuhe! Im Gegenteil: Schuhe sind immer schädlich, verführen zu einer storchenartigen Bewegung, die zum, Aufsetzen mit der Ferse zwingt, machen gesunde Füße krank und beeinträchtigen darüber hinaus den gesamten Bewegungsapparat wie Knie, Hüfte und Rücken. »Aber beim Wandern muss ich doch festes Schuhwerk anhaben« ist die landläufige Meinung vieler Wanderfreunde. Nein, müssen Sie nicht! Im Gegenteil: natürlich entwickelte und kräftige Füße knicken nicht um, verfügen über aktive Muskeln und Bänder, die den Körper ausdauernd, schmerz- und verletzungsfrei tragen.
Muss Barfußwandern geübt werden?
Ja, wie bei jeder Sportart, die wir erlernen, müssen wir auch das Barfußwandern erst wieder möglich machen. Dazu gehört es, dass wir zunächst den natürlichen Laufstil erlernen und zwar so, wie die Natur ihn für uns vorgesehen hat. Das bedeutet, nicht mehr mit der Ferse aufzusetzen, sondern mit dem ganzen flachen Fuß, ohne Aufpralldruck. Dann setzen wir die Zehen ein, um für den Vortrieb zu sorgen und drücken das Knie des bewegten Beines ganz durch. Dadurch entspannt kurzzeitig die Achillessehne, wodurch Verletzungen und Schmerzen in diesem Bereich verhindert werden. Wie jede Muskulatur muss auch die Fußmuskulatur erst reaktiviert werden. Das kann einige Wochen, ja Monate dauern – je nach Trainingsintensität – bis die volle Leistungsfähigkeit wieder hergestellt ist. Bei diesem Training kann nichts passieren, außer ordentlichem Muskelkater. Aber der ist immer ein gutes Zeichen, zeigt er doch, dass jetzt der Fuß wieder voll aktiv ist und täglich seine Leistungsfähigkeit verbessert. Und dann steht langen Wanderungen – barfuß und geschützt – nichts mehr im Weg.
Trekking-Sandale, Größenverstellbar, waschbar, unisex bis Gr.49
Wanderschuh, Halbstiefel, wasserabweisendes Obermaterial, waschba, unisex bis Gr. 48
Winter - und Wanderschuh, robustes & wasserabweisendes Obermaterial, gefüttert, unisex bis Gr. 49
Wanderschuh, Halbstiefel, wasserabweisendes Obermaterial, waschba, unisex bis Gr. 48
Kinder-Halbstiefel, Klettverschluss, wasserabweisendes Obermaterial, einfach anzuziehen